Beispiel-Biografie und Lebensgeschichte

Beispiel-Biografie einer Roman-Hauptfigur:

Vorleben / Profil aus meinem eigenen Schreibprojekt

Hauptfigur: Stella McDuffington

Mensch, weiblich, zu Beginn der Geschichte 24 Jahre alt

Beispiel Romanfigur Stella McDuffington

Sie ist ca. 1,68 groß, hat schulterlange braune lockige Haare. Ihre Augen waren unergründlich und tief dunkelbraun. Durch ihre schmale zierliche Figur, wirkte sie  zerbrechlich und zart. Sie hatte einen wohlgeformten Schmollmund, eine kleine schmale Nase und oberhalb der Augenbraue eine zwei Zentimeter strichförmige schwache Narbe, die aber kaum auffiel. Sie hatte sie seit ihrem 13. Lebensjahr, als sie einen kleinen Fahrradunfall hatte.

Die Farbe ihrer Haut erinnerte an einen Milchkaffee mit einem Schuss braunen Rum, gerade so viel, dass sich ein zart-glänzender Hauch von Bronze auf ihr absetzte.  Im Sommer genoss sie die Sonne im Garten oder machte eine Fahrradtour mit ihren Freunden in einen der umliegenden Parks von York. Flieder ist ihre Lieblingsfarbe, weil sie sie an den Sommer erinnerte, außerdem passte es hervorragend zu ihren braunen Haaren. Sie hatte schmale wohlgeformte Hände und die Art wie sie sich bewegte, war elegant und leichtfüßig.

Der Name Stella bedeutet „Glücksstern“ oder „Nordstern“, ihre Namensgeber hat sie aber nie persönlich kennengelernt, da ihre Eltern sehr früh aus Stella´s Leben verschwunden sind. Aus Erzählungen von ihren Pflegeeltern, hat sie später erfahren, dass Sie als circa sechs Monate altes Findelkind in einem Körbchen vor den Türen der Yorker Polizei ausgesetzt wurden war. Dort hatte man schnell die Fürsorge verständigt, so dass sie zunächst in einem Kinderheim im Nachbarort unterkam.

Mit zwei Jahren wurde sie dann in eine Pflegefamilie gegeben, die sich sehr liebevoll um sie kümmerte, bis deren eigener Kinderwunsch doch noch in Erfüllung ging und sie Stella nach 4 Jahren ins Kinderheim zurückgaben. Stella hatte es tief verletzt, das ihre ersten Pflegeeltern, die sie liebte, als wären es ihre leiblichen Eltern, sie einfach weggeschoben hatten, wie ein lästiges Haustier, was man nicht mehr haben wollte. Anschließend wurde sie mehrmals hin- und her gereicht zwischen Pflegefamilien und Kinderheimen.

Als Stella 10 Jahre alt war, tauchte plötzlich unbekannte Verwandtschaft auf. Es waren Tante Mabel und ihr Onkel Winston, sie waren bis zu ihrer Rückkehr nach York in der Schweiz gewesen. Stella und die Behörden hatten erst nach ihrer Rückkehr erfahren, dass es sie überhaupt gab. Als Mabel und Winston von ihrer Nichte erfuhren, holten sie sie sofort aus dem Kinderheim raus und gaben Stella ein liebevolles Zuhause.

Stella fühlte sich sehr wohl bei Mabel und Winston. Sie brauchte endlich nicht ständig die Schule wechseln und fand schnell einige Freunde in der Schule und in der Straße, wo sie nun wohnte. Zu ihren besten Freunden gehörte auch Summer. Sie war einen Kopf größer als Stella und hatte ein freches Mundwerk. Ihre kurzen blonden Haare waren meist wild verwuschelt und sie trug am liebsten Jeans-Latzhosen, ein knallbuntes T-Shirt und Turnschuhe. Sie hatte zwei Geschwister, davon einen Zwillingsbruder, Namens Colin, der sich meist mit seinen Kumpels rumtrieb und noch einen älteren Bruder, der bereits auf dem College in einem anderen Ort war und nur selten am Wochenende nach Hause nach York kam. Ihre Eltern lebten bescheiden in einem kleinen einfachen Haus, welches vier Häuser weiter neben dem von Tante Mabel und Onkel Winstons stand.

Summer war meistens den ganzen Tag alleine bis spät abends, daher verbrachten Stella und sie viel Zeit miteinander. Sie wurden die besten Freundinnen. Stella war glücklich, endlich hatte sie ein richtiges Zuhause und Winston und Mabel gaben sich die größte Mühe, dass es ihr an nichts fehlte. Stella nahm schließlich den Nachnamen an und hieß nun offiziell Stella McDuffington. Sie war sehr glücklich und da weder Mabel noch Winston oder sie selbst,genau wussten wann Stella genauer Geburtstag war, legten sie den 5. April dafür fest. Von diesem Tag an feierten sie jedes Jahr am 5. April Stellas Geburtstag und es gab Geschenke und sie durfte sich Freunde einladen.

Als Stella älter wurde und sie ins Teenager-Alter kam, verbrachte sie nicht nur Zeit mit ihrer besten Freundin Summer, sondern auch mit ihrem Zwillingsbruder Colin. Die drei waren ein unzertrennliches Gespann. Sie machten gerne zusammen Musik in der Garage von den Zwillingen und gründeten ihre erste eigene Band mit dem Namen „The lost Slots“ Sie spielten auf Partys ihre eigenen Songs und ansonsten traf man sie zusammen im Kino, beim Schwimmen, in der Bibliothek oder im Garagen-Proberaum. Sie passten aufeinander auf und hatten keine Geheimnisse voreinander. Je älter sie wurden, umso enger wurde ihre Bindung. Sie diskutierten über Jungs und Mädchen, über die erste Liebe, über das Erwachsenwerden und halfen sich gegenseitig durch den Schulalltag. Sie trösteten sich und bauten einander auf, falls es mal nötig war und waren sehr vertraut miteinander.

Auch die McDuffington´s waren froh, dass Stella so gute Freunde gefunden hatte, man konnte dabei zusehen, wie sie mehr und mehr aufblühte und die schlechten Erlebnisse ihrer Kindheit, immer mehr in den Hintergrund rückten. Summer merkte gleich, dass ihr Bruder sich in Stella verliebt hatte und auch Stella hatte es erwischt. Summer fand es cool, dass ihr Bruder und ihre beste Freundin ein Paar wurden, obwohl es auch bedeutete, dass sie auch mehr Zeit für sich zu zweit haben wollten.

Als Stella 17 war, wuchs in ihr das Bedürfnis mehr über ihre leiblichen Eltern zu erfahren. Doch anscheinend wussten Mabel und Winston selber nicht all zu viel. Sie wusste bereits, dass ihre Mutter Mary und ihr Vater Douglas hieß, sie hatten sehr jung geheiratet, was sie aus der Heiratsurkunde entnehmen konnte, die sie bereits im Rathaus eingesehen hatte. Stellas Eltern hatten sie erst sieben Jahre nach Eheschließung bekommen, was merkwürdig war, denn normalerweise heiratet man für gewöhnlich nur so jung, wenn man ein Baby erwartete. Winston konnte dazu nicht viel sagen, Mary war seine kleine Schwester gewesen und er war über 12 Jahre älter als sie. Zu der Zeit der Hochzeit war er und Mabel gar nicht mehr im Lande, sondern zuerst in Paris und später dann in Berlin, wo er zusammen mit Mabel studierte. Sie wollten gemeinsam die Welt kennenlernen und sind dann später in Zürich nach dem Studium hängen geblieben. Erst als sie durch Zufall von ihre Nichte erfahren haben, sind sie zurückgekehrt nach York.

Stella beendete Ihre High-School und ging zunächst aufs örtliche College. Summer zog es auf eine Krankenschwester-Schule und sie machte dort ihren Abschluss. Colin bekam ein Uni-Stipendium für Maschinenbau an einer namhaften Uni in London. Stella vermisste Colin schrecklich und anfänglich kam er noch öfter nach York um sie zu besuchen, aber bald schon kam er immer seltener und dann gar nicht mehr. Stella vermisste nicht nur ihre erste große Liebe, sondern auch ihren besten Freund, doch so war es nun mal, manchmal trennen sich eben die Wege.

Die beiden Freundinnen machten weiter in ihrer Freizeit Musik. Sie traten als Duett an Wochenenden abends in kleinen Cafés, Clubs und Bars auf. Stella schrieb die Texte für ihre Songs. Sie liebte das Schreiben – schon als Teenager hatte sie mit dem Gedichteschreiben begonnen, es bot ihr eine Möglichkeit all ihre Gedanken auszudrücken und festzuhalten. Die Jahre vergingen und Stella studierte Philosophie und Literatur. Sie wollte am College unterrichten und jungen Menschen helfen ihren Platz zu finden in der großen Welt. Sie war sehr ehrgeizig, denn wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hatte, dann war kein Ziel unerreichbar. Sie lernte viel und ging wenig aus. Auch nach den gemeinsamen Konzert-Auftritten mit Summer, fuhr Stella meist direkt mit dem Auto nach Hause, während Summer gerne ausgiebig anschließend feierte und auch für Männerbekanntschaften offen war. Die meiste Zeit verbrachte Stella in Bibliotheken. Sie diskutierte gerne mit ihrem etwa 45 jährigen Philosophie-Professor und bewunderte ihn für seine Fachkompetenz. Vielleicht war es sogar mehr als Bewunderung, ein bisschen Schwärmerei war wohl kurzeitig auch mal vorhanden, aber er war ja schließlich verheiratet und Stella hätte niemals eine Affäre mit einem verheirateten Mann angefangen. Verheiratete Männer waren für sie eindeutig Tabu!

Sonntags traf sie sich mit Summer ab und zu im Henderson, ihrem gemeinsamen Stamm-Eiscafé. Sie tauschten sich aus und manchmal schien es, sie wären wieder 15 Jahre alt, so unbeschwert und ausgelassen wie damals, lachten sie und schwärmten von dem einen oder anderen jungen Mann, der ihnen über den Weg gelaufen war. Summer hatte ständig neue Liebschaften, sie hielt es nie lange mit einem Mann aus.

Stella hingegen, war sehr wählerisch, sie wollte jemand besonderes, jemand der es wert war, der sie faszinierte, jemand in dem sie sich verlieren und gleichzeitig wiederfinden konnte. Summer hielt Stella für eine hoffnungslose Romantikerin. Alle ihre Verkupplungsversuche mit netten jungen Herren waren gescheitert. Stella ließ sie immer zu lange zappeln und am Ende zogen sie davon, weil sie ungeduldig waren oder im Grund doch nur ein Betthäschen suchten. Stella wollte etwas ernsthaftes, sie war viel Reifer als andere in ihrem Alter. Sie brauchte keine Jungs, sondern den richtigen Mann fürs Leben und solange würde sie Ausschau halten und warten. Irgendwann wird er ihr schon begegnen. Bis dahin hielt sie die Augen offen, konzentrierte sich aber erstrangig auf das Studium.

Nach den bestandenen Prüfungen bekam sie ein Referendariats-Platz im gleichen College, das sie selber auch als Teenager besucht hatte. Nachmittags gab sie manchmal einer kleinen Gruppe von Schülern Gitarrenunterricht oder traf sich 1-mal im Monat mit Schülern zum Gedichtzirkel oder zur Schreibwerkstatt. Sie war nun bereits 24 Jahre alt und lebte alleine in einer kleinen Wohnung am Stadtrand. Es war nichts Besonderes, aber es gehörte ihr alleine. Am Wochenende war sie meistens zum Mittagessen oder zum Kaffee bei Tante Mabel und Onkel Winston eingeladen. Sie bedauerten sehr, dass es mit Colin und ihr nicht gehalten hatte, denn Stella hatte danach keinen anderen festen Freund mehr gehabt. (…)