Effektive Buchkorrektur -Tipps auf einen Blick

Hinweise für die Überarbeitung des eigenen Schreibwerkes

Die Buchkorrektur des eigenen Werkes ist eine schwierige Aufgabe, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte! Als Autor hängt man an seinem Werk, schließlich hat es sich über Monate, manchmal sogar über Jahre entwickelt und die Figuren sowie Schicksale sind einem ans Herz gewachsen. Das Schreiben der letzten Seiten, bedeutet auch, dass man sich als Autor von seinen Figuren verabschieden muss.  Auch bei einer mehrteiligen Buchreihe heißt es erstmal "Leb` Wohl!" bis der nächste Band begonnen wird. Als Autor durchlebt man jede Szene mit seinen Figuren, fühlt Glück und Schmerz, Verzweiflung, Angst und all die Gefühle und Schicksalsschläge, welche man in die Story mit einfließen lassen hat.

Und nun soll man den Rotstift ansetzen und vielleicht sogar einige Passagen ganz ausradieren? Zudem kommt neben der Leidenschaftlichkeit und Verliebtheit, dem eigenen Schaffenswerk gegenüber, eine gewisse Korrekturblindheit hinzu, die überwunden werden muss.

zwei alte schwere große Metallschluessel auf beschriebenen alten Papier liegend

Wozu ist die Korrektur eigentlich notwendig?

Jetzt haben Sie sich monatelang so viel Mühe gegeben, damit Ihr Roman perfekt wird. Viel Zeit und Herzblut und unzählige Nächte sind ins Land gezogen und nun ist Ihr Meisterwerk endlich fertig! Sie haben sich an Ihr Storyboard gehalten und auf den letzten Seiten nochmal alles gegeben.

Wer jetzt denkt, das Buchprojekt ist erfolgreich zu Ende gebracht worden, den muss ich leider enttäuschen! Jetzt beginnt erst die Königsdisziplin jedes Schreibprojektes, die gnadenlose Korrekturarbeit. Ja, richtig gehört gnadenlos! Überlegen Sie daher wirklich gut und ehrlich sich selbst gegenüber, ob Sie sich dieser Aufgabe wirklich stellen wollen bzw. können. 

Es geht hier nicht um ein paar Anpassungen, Kommasetzung und Satzkürzungen, sondern um gezielte Überarbeitung auch inhaltlicher Natur. Ihr Werk ist immer noch eine Rohfassung und über die vielen Seiten hinweg, ergeben sich oft Passagen, die stilistisch und grammatikalisch angepasst werden sollten oder einfach überflüssig sind.  Einiges erscheint vielleicht im Gesamtkontext zu langatmig, inhaltliche Fehler haben sich womöglich eingeschlichen oder Teilpassagen hören sich kitschig oder belanglos an.

Welches Ziel verfolgt die Korrektur?

Eine effektive und ganzheitliche Korrektur des eigenen Buches hat immer die Lesefreundlichkeit im Fokus. Ihr Buch soll schließlich gerne und flüssig gelesen werden können. Es sollte packend und aufregend sein, den Leser fesseln und es ihm schwer machen, das Buch beiseite zu legen. Es sollte neugierig machen, ungeklärte Fragen in den Raum werfen und den Leser süchtig machen. 

Guter Lesestoff entfacht ein Kopfkino und berührt das Leserherz. Wichtig hierbei ist es, die Hauptfiguren genügend zu beleuchten, so dass sich der Leser ein genaues Bild machen kann. Der Leser möchte sich mit den Hauptfiguren identifizieren und in dessen Rolle schlüpfen können. Er möchte mitfühlen, mitleiden und wie ein Voyeur die Stärken, Schwächen, Ängste, Ziele, Motivationen und quasi jegliche Facette einer Figur ausspionieren.

Nur wer systematisch, diszipliniert und mit der richtigen Korrekturbrille an die Angelegenheit herangeht, wird auch ein gutes Ergebnis erzielen können. Jeder Autor hängt an seinem Werk und damit an jeder einzelnen Seite, daher sollte man sich selber den Gefallen tun, zusätzlich eine objektive Testleserschaft zu Rate zuziehen! Es ist keine Autorenschwäche, sondern eine Tatsache, dass man nicht zu Hundertprozent objektiv auf sein Werk schauen kann. 

Die Beziehung zum Werk und die eigene Sichtweise auf die Figuren, die man über hunderte von Seiten hinweg entwickelt hat, steht einem manchmal einfach im Wege. Hier empfiehlt es sich einen Fragebogen vorher auszuarbeiten, um die Testleser gezielt nach Schwachstellen zu fragen.

Was ist bei der Selbstkorrektur zu beachten?

Jeder Autor sollte sich zunächst selber ernsthaft fragen, ob er dazu in der Lage ist, sein Werk aus der nötigen Distanz heraus zu betrachten. Falls man zu selbstverliebt an die Korrektur herangeht, sollte man besser die Finger davon lassen und das eigene Werk zur Überarbeitung in die Hände eines Profis bzw. Lektors legen.

Erfahren Sie mehr über die Anleitung zur Selbstkorrektur

Hier erhalten Sie einen Einblick in meinen persönlichen Korrekturstil